Thomas, der Zweifler
Er ist zum Synonym für Zweifler geworden. Thomas, einer der zwölf Jünger Jesu.
Dabei kann ich Thomas verstehen. Das war ja auch wirklich ungeheuer, was ihm die anderen Jünger da auftischten. Jesus, ihr Meister, ihr Lehrer, ihr Freund, der an einem römischen Hinrichtungskreuz vor den Toren Jerusalems verblutet war, sollte auf einmal wieder da sein! Wieder lebendig! Auferstanden! Das hatte es noch nie gegeben! Wieso jetzt? Hatten die anderen ein Phantom gesehen? Hatte Jesus plötzlich einen Doppelgänger?
Und dann verstieg er sich zu dem Satz: „Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich’s nicht glauben.“ Damit war für Thomas die Sache erledigt. Wenigstens äußerlich, denn eine ganze Woche lang müssen sie in einer eigenartigen Spannung gelebt haben, die Jünger und Thomas, der Zweifler.
Dann sind sie wieder zusammen, und plötzlich ist Jesus da. „Schalom“ sagt er, „Friede sei mit euch!“ Dann wendet er sich an Thomas, als wüßte er genau, was der erwaretete. Und dann sagt er: „Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite und seit nicht ungläubig, sondern gläubig.“
Da kann Thomas nur noch stammeln: „Mein Herr und mein Gott!“ Thomas, der Zweifler gehört der Vergangenheit an. Thomas glaubt jetzt, was er sieht.
Aber Jesus ist noch nicht ganz fertig mit ihm. Er sagt zu ihm: „Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“ Damit will er sagen: Nicht immer kann ich dir und den anderen solche handgreiflichen Beweise liefern. Manchmal musst du einfach vertrauen, dass ich da bin, dass ich dich sehe und dir helfe. Manchmal musst du einfach vertrauen, dass ich deine Schuld vergeben habe. Vertrauen, dass ich dich ans Ziel bringe!
Jürgen Werth
(aus: Der Himmel lässt grüßen)
Gott liebt dich.
Wirbt um dich.
Wartet auf dich.
Hat Zeit für dich.
Will mit dir dein Leben gestalten.
Ist immer da.
Und nah.
Auch jetzt.
Gerade dich liebt Gott so sehr.
(aus: Stiftung Marburger Medien)